Sehenswürdigkeit · Altstadt
Das ehemalige Ballinhaus
Kontorhaus von Hans und Oskar Gerson am Meßberg, benannt nach Albert Ballin und 1938 von den Nationalsozialisten umbenannt – seit 2015 Teil des UNESCO-Welterbes.
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Am Meßberg, zwischen Pumpen und Willy-Brandt-Straße, steht das ehemalige Ballinhaus. Es liegt auf der Stadtseite des Zollkanals und hat einen direkten Blick auf die Speicherstadt. Sein offizieller Name ist Meßberghof. Bis 1938 hieß es Ballinhaus, nach dem Reeder und HAPAG-Generaldirektor Albert Ballin. Wegen Ballins jüdischer Herkunft ordnete Gauleiter Karl Kaufmann in diesem Jahr die Umbenennung an.
Hans und Oskar Gerson planten das Gebäude, gebaut wurde es von 1922 bis 1924. Es entstand zur selben Zeit wie das Chilehaus und gilt als eines der ersten Kontorhäuser des Kontorhausviertels. Hinter der Backsteinfassade steckt ein Skelett aus Stahlbeton. Die Fassade ist bewusst flach und zurückhaltend gegliedert. Das Haus hat zehn Geschosse, das neunte ist als Staffelgeschoss zurückgesetzt.
Wenn du an der Gebäudeecke stehst und nach oben schaust, wirkt die spitz zulaufende Kante aus dunkelrotem Klinker besonders steil. Senkrechte Pfeiler gliedern die Fassade, dazwischen sitzen weiße Sprossenfenster. Auf hellen, kantigen Steinkonsolen stehen dunkle Figuren. Das sind die acht „Enigma-Variationen“ von Lothar Fischer aus den Jahren 1996 und 1997. Die expressionistischen Sandsteinfiguren von Ludwig Kunstmann aus den 1920er-Jahren standen ursprünglich an dieser Stelle. Sie befinden sich heute im Treppenhaus des Untergeschosses.
Im Erdgeschoss fallen ein Spitzbogenportal und Eingangstüren mit Rautenmuster auf. An der Ecke hängt eine Metalltafel, die an die Geschichte des Hauses und an Albert Ballin erinnert. Seit 1983 steht der Meßberghof unter Denkmalschutz. Seit 2015 gehört er zum UNESCO-Welterbe „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“.
Bilder
Eigene Aufnahmen, zuletzt September 2026 · Fotos: © Andreas Kirchner. Fotos verwenden oder beauftragen
Was es zu sehen gibt
Schau dir zuerst die Fassade an. Auf den Steinkonsolen stehen die acht Figuren der „Enigma-Variationen“ von Lothar Fischer, und von unten wirkt die spitze Gebäudeecke besonders eindrucksvoll. Im Erdgeschoss lohnen sich das Spitzbogenportal, die Eingangstüren mit Rautenmuster und die Fenster mit Rautensprossen. Lies auch die Metalltafel an der Ecke, sie fasst die Geschichte des Hauses zusammen. Im Inneren ist die Eingangshalle erhalten geblieben. Sie hat ein rundes Treppenauge, einen Fußboden aus geschliffenen Sandsteinplatten und Fliesen aus Travertin. Die Originalfiguren von Ludwig Kunstmann stehen im Treppenhaus des Untergeschosses.
Geschichte
Hans und Oskar Gerson bauten das Kontorhaus von 1922 bis 1924, zur selben Zeit wie das Chilehaus. Benannt wurde es nach Albert Ballin, dem Reeder und Generaldirektor der HAPAG. Ab 1929 hatte die Firma Tesch & Stabenow ein Büro im Gebäude. Sie lieferte Zyklon B an Konzentrationslager. 1938 ließ Gauleiter Karl Kaufmann das Haus wegen Ballins jüdischer Herkunft in Meßberghof umbenennen. Seit 1983 steht es unter Denkmalschutz. Von 1995 bis 1997 wurde es umfassend saniert, danach gehörte es einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bank. Seit 2015 ist es Teil des UNESCO-Welterbes „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“. Eine Metalltafel an der Gebäudeecke erinnert an die Umbenennung durch die Nationalsozialisten und an Ballins 100. Todestag im Jahr 2018.
Gut zu wissen
Das Gebäude steht am Meßberg in der Hamburger Altstadt, zwischen Pumpen und Willy-Brandt-Straße. Fassade, Figuren und Gedenktafel kannst du dir vom Gehweg aus ansehen. Für den Blick auf die Gebäudeecke stellst du dich am besten ein paar Schritte davor und schaust nach oben. Weil das Haus auf der Stadtseite des Zollkanals liegt, siehst du von hier aus direkt zur Speicherstadt.
Häufige Fragen
Warum heißt das Ballinhaus heute Meßberghof?
Ursprünglich trug das Haus den Namen des Reeders und HAPAG-Generaldirektors Albert Ballin. 1938 ließ Gauleiter Karl Kaufmann es wegen Ballins jüdischer Herkunft in Meßberghof umbenennen.
Wer hat das Gebäude entworfen und wann wurde es gebaut?
Die Architekten waren Hans und Oskar Gerson. Gebaut wurde von 1922 bis 1924, zur selben Zeit wie das Chilehaus.
Was sind das für Figuren an der Fassade?
An der Fassade stehen die acht Figuren der „Enigma-Variationen“ von Lothar Fischer aus den Jahren 1996 und 1997. Die expressionistischen Sandsteinfiguren von Ludwig Kunstmann aus den 1920er-Jahren sind die Originale. Sie stehen heute im Treppenhaus des Untergeschosses.
Gehört der Meßberghof zum UNESCO-Welterbe?
Ja. Seit 2015 ist er Teil des UNESCO-Welterbes „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“. Unter Denkmalschutz steht das Gebäude schon seit 1983.
Wo genau liegt das ehemalige Ballinhaus?
Es liegt am Meßberg in der Hamburger Altstadt, zwischen Pumpen und Willy-Brandt-Straße. Das Haus steht auf der Stadtseite des Zollkanals und hat einen direkten Blick auf die Speicherstadt.
Von hier aus
Vom Meßberg aus ist es nicht weit zu weiteren Orten im Kontorhausviertel und in der Speicherstadt.
| Ort | Richtung | Entfernung | zu Fuß | |
|---|---|---|---|---|
| Nordosten | 20 m | ca. 1 Min. | ||
| Westen | 30 m | ca. 1 Min. | ||
| Nordwesten | 40 m | ca. 1 Min. | ||
| Norden | 50 m | ca. 1 Min. | ||
| Nordwesten | 90 m | ca. 1 Min. | ||
| Westen | 100 m | ca. 2 Min. |
Weitere Orte bis 1 km (18)
Entfernung in Luftlinie, Gehzeit geschätzt. Der Pfeil zeigt die Richtung von Das ehemalige Ballinhaus aus (Norden oben).
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Quellen und Aktualität
Stand 02.10.2026 · 3 Quellen
Selbst besucht und fotografiert, zuletzt im September 2026. Zuletzt bearbeitet am 2. Oktober 2026. Texte mit Unterstützung eines Sprachmodells verfasst und redaktionell geprüft.
- Wikipedia: Meßberghof · de.wikipedia.org
- Stiftung Historische Museen Hamburg – Journal: The Kontorhaus District · shmh.de
- Hamburg Tourismus: Meßberghof · hamburg-tourism.de


